Die Orte

Die Orte der Tøndermarsken haben alle jede Menge Erlebnisse sowie eine besondere Architektur zu bieten und sind reich an Geschichte. Die Orte sind zudem auf ihre jeweils eigene Art von den besonderen Bedingungen geprägt, die in der Marsch galten und immer noch gelten.

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Tønder i juni 
Foto: Ulrik Pedersen, Tøndermarsk Initiativet
Billedet må bruges i forbindelse med omtale af Tøndermarsk Initiativet.

TØNDER

Tønder liegt am Rande der inneren Marsch. Es ist eine alte Hafen- und Handelsstadt, die 1243 die Stadtrechte erhielt und deshalb als eine der ältesten Handelsstädte Dänemarks bezeichnet wird. Seit der Gründung im Mittelalter ist die Stadt das Zentrum in der Marsch, was Handel und Verwaltung angeht. Tønder liegt tief in der Landschaft und wurde bei Sturmfluten und kräftigem Regen bereits mehrmals überschwemmt. Deshalb begann man im 16. Jahrhundert mit dem Deichbau, um die Stadt vor Überschwemmungen zu schützen. Die Deiche schnitten Tønder vom Meer ab, weshalb die Stadt ihren Status als Hafenstadt verlor. Heute ist Tønder vom Deutsch-Dänischen Deich aus dem Jahr 1981 beschützt.

Das Stadtbild ist von schöner, alter Architektur mit vielen reich verzierten Türen geprägt. Die Gebäude wurden von den Kaufleuten der Stadt erbaut, deren Handel mit u. a. Klöppeleien und Stuten der Stadt großen Reichtum bescherte. Besonders sehenswert sind u. a. das Haus des Deichgrafen (Digegrevens Hus) in der Fußgängerzone und die Uldgade hinter der Fußgängerzone. Die historischen Handwerker- und Bürgerhäuser an der Kopfsteinpflasterstraße machen die Uldgade zu einer der schönsten Straßen von Tønder.

Die Christkirche (Kristkirken) am Marktplatz ist ebenfalls einen Besuch wert. Die Kirche zählt zu den am reichsten verzierten Renaissancekirchen Dänemarks. Direkt neben der Kirche liegt das Haus, in dem Hans J. Wegners seine Kindheit verbracht hat, und im Wasserturm von Tønder befindet sich Dänemarks einzige permanente Wegner-Ausstellung.

Lisa
Foto: Ulrik Pedersen, Tøndermarsk Initiativet. Billedet må benyttes i forbindelse med omtale af Tøndermarsken og/eller Tøndemarsk Initiativet.

HØJER

Højer liegt auf einer Hügelinsel am Marschrand hinter den äußersten Deichen. Von hier aus kann man die feuchte, tief gelegene Marsch in Richtung Süden und Westen überblicken. Højer entstand im Mittelalter und fungierte als Anlaufstelle für Handelsschiffe und Austernboote. 1736 war der Ort so groß geworden, dass er den Status eines Fleckens, erhielt, d. h. einer Siedlung, in der Handel und Handwerk betrieben werden durften – jedoch nicht auf demselben Niveau wie in einer Handelsstadt wie Tønder. Im Zuge der Anlage des Deiches und der Schleuse von Højer 1861 wurde westlich der Schleuse ein eigentlicher Hafen etabliert. In Højer liegen mehrere große Höfe im Ort. Die ortsansässigen Bauern lebten u. a. von der Stutenzucht in der Marsch südlich des Ortes.

Højer Mühle
Die Højer Mühle zählt zu den größten holländischen Windmühlen Europas. Die Mühle wurde 1857 von Emil Roll errichtet, der die Mühle und den Getreidehandel betrieb. Er baute ebenfalls ein Müllerhaus mit angegliedertem Garten, und als der Mühlbetrieb gut lief, kamen zwei Getreidespeicher hinzu. Von der Mühle aus hat man einen wunderbaren Blick auf die Tøndermarsken und das Wattenmeer.

Austern in Højer
Seit dem Mittelalter wurden im Wattenmeer Austern geerntet. Im 18. Jahrhundert erfolgte dies vom 1759 erbauten Austernspeicher aus auf dem Hof „Kiers Gaard“ in Højer. Austern waren ein Luxuserzeugnis, das von Højer aus in alle Welt exportiert wurde – sogar bis zum russischen Hof der Kaiserin Katharina der Großen. Die europäischen Austern wurden durch eine Krankheit in den 1920ern vernichtet. Seit den 1990ern verbreitet sich die Pazifische Auster und hat im Wattenmeer neue Austernbänke gebildet.

Rudbøl
Foto: Ulrik Pedersen, Tøndermarsk Initiativet. Billedet må benyttes i forbindelse med omtale af Tøndermarsken og/eller Tøndemarsk Initiativet.

RUDBØL

Seit 1920 besteht der jetzige deutsch-dänische Grenzverlauf quer durch Rudbøl. Das Dorf ist für seine Grenzsteine mitten auf der Hauptstraße bekannt. Die Häuser auf der einen Seite liegen in Dänemark, während die Gebäude auf der anderen Seite zu Deutschland gehören.

In Rudbøl und in Gotteskoog auf deutschem Gebiet waren die sogenannten Bootsleute beheimatet, bis durch die Entwässerung in den 1920ern die Feuchtgebiete der Marsch trockengelegt wurden. Dadurch verschwand die Umgebung, in der sie mit den Booten gefahren sind, gefischt und Schilfrohr geerntet haben. Die feuchte Landschaft des Gebiets ist noch immer die Heimat für viele verschiedene Vögel, und Rudbøl zieht viele Touristen an, die den Staren bei ihrer Formation der „Schwarzen Sonne“ zusehen wollen.

Rudbøl wurde im Mittelalter auf einer Sandbank am Fluss „Vidå“ angelegt. Die Sandbank wurde mit künstlichen Bänken erhöht, den sogenannten Warften, die später Teil des großen Meeresdeiches wurden, den Herzog Hans der Ältere von 1554-1556 erbaute. Deshalb schlängelt Rudbøl sich auch heute noch über die Deichspitze hinweg. Rudbøl ist neben Nørremølle das einzige Dorf in Dänemark, die sich auf einem Deich befinden.

Møgeltønder
Foto: Ulrik Pedersen, Tøndermarsk Initiativet. Billedet må benyttes i forbindelse med omtale af Tøndermarsken og/eller Tøndemarsk Initiativet.

MØGELTØNDER

Møgeltønder ist der idyllische und gut erhaltene Schlossort der Marsch. Im Mittelalter war Møgeltønder ein Dorf mit einer Burg, die am Rande der Marsch lag. Beides wurde 1661 vom Adeligen Hans Schack übernommen, der die Burg abriss und Schloss Schackenborg errichtete. Hier können Sie neben dem Schloss Schackenborg auch die Slotsgade erleben; eine Lindenallee mit Kopfsteinpflaster, die zu Recht zu „Dänemarks schönster Dorfstraße“ ernannt wurde. Das Ortsbild wird von idyllischen roten Backsteinhäusern mit Reetdach aus dem 18. Jahrhundert mit kleinen Erkern und hübsch gestalteten Eingangspartien geprägt.

Die Slotfelt-Scheune

Werfen Sie auch unbedingt einen Blick auf Slotfelt, eine besondere Scheune mit Reetdach aus den 1870ern südlich von Møgeltønder. Die Slotfelt-Scheune ist eines der beeindruckendsten Gebäude der Tøndermarsken. Sie gehört zu Schackenborg und wurde Mitte des 19. Jahrhunderts zum Lagern von Heu aus der Marsch errichtet. Die Scheune wurde bis 2008 als solche genutzt und kürzlich umfassend restauriert, wobei das große, schöne Reetdach reetabliert wurde. Heute wird Slotfelt als Kulturhaus genutzt und ist den ganzen Sommer über geöffnet.

Der Warfthof Sødamgaard

Weiter in der Marsch liegt eine Reihe von Wartfhöfen, die „Ved Åen“ genannt werden. Sie gehörten ursprünglich zum umfangreichen Besitz von Schackenborg in der Marsch. Die meisten Warften in der Tøndermarsken stammen aus dem 14. und 15. Jahrhundert. Damals zwangen ein ansteigender Meeresspiegel und große Sturmfluten die Marschbewohner dazu, die Sandbänke, auf denen sie wohnten, zu erhöhen. Die meisten der jetzigen Warfthöfe wurden im 18. und 19. Jahrhundert aus roten Backsteinen und mit Reetdach gebaut. Der Sødamgaard ist einer der Warfthöfe, der im Gebiet von „Ved Åen“ liegt.

Ubjerg Kirke Tøndermarsken

UBJERG

In Ubjerg kann man das einzige komplette Warftdorf der Tøndermarsken erleben. Dort gibt es eine Kirche, ein Pastorat und eine Schule, die von Warfthöfen umgeben sind. Ubjerg wurde im Mittelalter auf einer Sandzunge angelegt, die sich draußen in der Marsch zwischen den Flüssen Vidå und Sønderå erhob. Im Laufe der Zeit nahm die Gefahr von Überschwemmungen zu. Deshalb erhöhten die Bewohner die Sandzunge mit Warften, so dass die Gebäude höher standen. Das Kircheninventar stammt aus dem Mittelalter und zeugt vom Wohlstand des Gebiets. Die Deckenmalerei mit dem Paradiesgarten als Motiv ist besonders bemerkenswert. Das gut erhaltene Pastorat aus dem Jahr 1675 zählt zu den ältesten in Dänemark.